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Es werden Posts vom Mai, 2023 angezeigt.

31.05.23 - Über den Tod

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Fein ist es hier bei uns. Wohlig. Sicher.  Unser Platz ist wie eine Oase in diesem Wahnsinn, den man Welt nennt. So hat das vermutlich auch der Fuchs empfunden. Als wir ihn das erste Mal gesehen haben, ist er auf drei Beinen durch das Blaubeerreisig gewankt. Das Fell war zerzaust. Er ist immer wieder umgefallen. Bis er schließlich nicht mehr aufgestanden ist. Zum großen Stein ist er noch gekrochen, vermutlich, um ein bisschen geschützt zu sein.  Sehr schnell ist uns klar geworden, dass dieses Tier ein größeres Problem hat als nur einen verstauchten Fuß. Eine Wildtierauffangstation war so nett und hat uns einen Fuchskäfig geliehen. Wir sollten da Hundefutter reinstellen. Am nächsten Tag wollten sie kommen und ihn mitnehmen.  Doch dafür war es wohl zu spät. Der Tod war ihm bereits näher als das Leben.  Zu diesem Zeitpunkt war uns das aber noch nicht bewusst. Kalle hat ihm Wasser in die Mundwinkel geträufelt. Einmal noch hat er geschluckt. Kalle hat Hundefutter auf eine...

27.05.23 - Pfingstgrüße

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Max hat seine letzte Geigenstunde vor den Sommerferien. Wir gehen - wie jeden Freitag vor der Geigenstunde - in "unser" Café. Dieser Caféhausbesuch ist zu einem ein Teil des Geigennachmittags geworden und wir schätzen diese Zeit zu zweit sehr.  Die Frau, die im Café arbeitet, kennt uns bereits und begrüßt uns wie immer sehr nett und freundlich. Ich möchte euch gerne am Dialog zwischen Max und der Dame teilhaben lassen: M: Hallo! Weißt du was? Wir haben heute ein Reh neben der Straße gesehen! F: Oh, das ist ja wunderbar! Und weißt du was? Meine Wildkamera hat ein Bild von einem Luchs gemacht! Weißt du, was ein Luchs ist? M: Ja, Luchse kenne ich. Ich habe letzte Woche zwei Waldhasen gesehen. Die sind neben der Straße gestanden und als sie uns gesehen haben, sind sie über die Straße gerannt und haben sich im Wald versteckt. F: Wow. Und ich, ich habe einen Igel auf der Straße gesehen. Ich habe ihn angefeuert, dass er es schafft, die Straße zu überqueren, ohne niedergefahren zu we...

19.05.23 - Welten

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Ich schaue aus dem Fenster.  Die Bachstelze sitzt auf dem Dach und wippt mit ihrem langen Schwanz den Rhythmus.  Die Möwe zieht ihre Bahnen im finnischen Himmel. Seit es warm ist, schreit sie auch dabei. Es ist Mitte Mai. Der Schnee ist gerade mal geschmolzen und auch das Eis auf dem Meer ist nun fast überall verschwunden. Der Frühling ist endlich da. Mein Blick schweift, die Gedanken verlieren sich und bleiben hängen bei letzter Woche. Wir sind mit dem Auto auf dem Weg nach Hause. Mein Max, mittlerweile 7 Jahre alt, hat den Arztbesuch hinter sich gebracht und freut sich auf seinen freien Nachmittag. Wir fahren auf das Meer zu und biegen dann ab, um ein Stück der Strandlinie zu folgen, bevor wir dann wieder verschluckt werden vom finnischen Wald. Er schaut, atmet tief ein und sagt: „Wow, das Meer! Wenn ich das Meer sehe, fühlt es sich ganz frei an innendrin!“   Schlagartig überschwemmt mich die Wehmut. Ja. Ich kenne dieses Gefühl auch. Es kommt, wenn ich auf einem Gip...