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22.10.23 - Abschied

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Meine lieben Leserinnen! Meine lieben Leser! Mit diesem Eintrag möchte ich mich von euch verabschieden. Nach gut 20 Einträgen ist Schluss. Es war mir ein Vergnügen, meine Gedanken in Worte zu fassen und mit euch zu teilen.  Und es war mir eine Ehre, von euch gelesen worden zu sein. In meiner Auszeit ist mir ein Traum in den Sinn gekommen, den ich schon lange hege, der mir aber irgendwie im Laufe des Lebens abhanden gekommen war.  Und wenn ich vom Leben etwas gelernt habe bis jetzt, so ist es das, dass es dass es sich lohnt, seine Träume zu verfolgen. Und da auch meine Zeit begrenzt ist, war es nötig, eine Entscheidung zu treffen. Der Traum hat gewonnen. Liebe Leute: Ich danke euch! Ich danke euch, dass ihr einen Teil eurer kostbaren Zeit mit dem Lesen meines Blogs verbracht habt. Ich danke euch auch für eure wertvollen Feedbacks. Diese haben sich manchmal angefühlt wie warme Suppe an einem kalten Tag. Oder wie ein Samstagmorgen, kurz nach dem Wachwerden. Eines möchte ich gerne...

24.09.23 - Was wäre, wenn...

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Ein Dialog zwischen zwei Müttern:  A: Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll. Die wollen die Dosis steigern. Die Medikamente ermöglichen es ihm zwar, sich zu konzentrieren und zu lernen. Aber sie machen ihn unglücklich und dämpfen ihn. Ich erkenne ihn fast nicht wieder. Im November haben wir wieder einen Termin. B: Das klingt ja schrecklich! Ich weiß gar nicht, was ich darauf sagen soll. A: Du kannst ja auch gar nichts sagen. Der deine hat ja selbst Probleme, nicht? Bekommt er eigentlich auch Medikamente? B: Was? Meiner? Nein! Wie kommst du denn darauf? A: Na, so schüchtern wie der ist. Der traut sich ja nicht einmal den Kopf zu heben, wenn irgendwo Menschen sind. Geschweige denn, eine Antwort zu geben, wenn man ihn was fragt. Und immer sitzt er irgendwo alleine herum. Der bräuchte doch schon auch Hilfe, nicht? B (bekommt nasse Augen): Die Kindergartentante hat mich auch schon darauf angesprochen. Aber was soll ich denn tun? Ich kann ihn ja nicht zwingen zu reden und zu schauen und...

16.09.23 - Offene Augen und große Gefühle

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"Ab jetzt esse ich keine Tiere mehr!"  Max baut sich vor mir in der Küche auf, die Hände in die Hüften gestützt und der Blick bestimmt und klar, als ich aus dem Badezimmer komme, bereit für unseren Ausflug nach Österö. "Wow, Max, das ist ja interessant. Erzähl! Wie kommst du zu diesem Entschluss?" frage ich, während ich meine Geldtasche und den Autoschlüssel suche. "Ich möchte keine toten Tiere essen. Ich möchte nicht, dass ein Tier wegen mir umgebracht wird."  Ich war viele Jahre lang selber Vegetarierin. Mit dem Alter weicht die Strenge ein bisschen aus meinem Ansinnen, aber grundsätzlich ist das natürlich immer noch meine Linie und ich hege große Sympathien für alle, die kein Fleisch essen. Bei mir und bei uns rennt er also offene Türen ein. Als Max auf die Welt gekommen ist, war ich noch streng überzeugte Vegetarierin. Für mich war aber  trotzdem immer klar, dass er Fleisch essen darf und soll, wenn er das möchte. Da ich selber höchst allergisch auf je...

10.09.23 - Rollen, die die Welt bedeuten

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Max und ich waren gestern beim Flohmarkt. Er braucht Fußballschuhe, und es war ja auch irgendwie erwartbar, dass es keine gab, die seiner Größe entsprachen.  ABER. Es gab etwas ganz anderes.  Es stand da. In all seiner Pracht. Mitten im Raum. Und hat uns angestrahlt. Schwarz das Trittbrett. Grün die Radln. Ein Skateboard. Wie ein Magnet haben sich die beiden angezogen.  Fuß drauf und ab durchs Geschäft. So, als wären sie immer schon zusammen gewesen. Ja, es stimmt. Max hat bald Geburtstag. Und ja, es stimmt auch, dass wir schon ein Geschenk haben für ihn. Und ja, es stimmt natürlich auch, dass die Eingeladenen auch Geschenke mitbringen werden. Und ja, jeder ist genau auf meiner Linie, der sagt: So wenige Geschenke wie möglich, weil es werden ja ganz von selber immer mehr als geplant.   Ich glaube, es ist durchaus von Nutzen, wenn man sich ein paar Richtlinien zurechtgelegt hat. Richtlinien, die es einem ersparen, in jeder Situation aufs Neue überlegen zu müssen. ...

02.06.23 - Cornflakes, Zukunft und Erinnerung

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Ich sitze auf einem Cornflake und warte bis der Wagen kommt (J.L.). Und dann kommt er. Und nimmt mich mit. Und wirbelt mich durch Zeit und Raum. Ein "Sch...!" ertönt aus den hinteren Reihen. Ich unterdrücke meinen Reflex, hinzurennen und zu fragen, was passiert ist. Nein. Ich unterdrücke nicht. Schwarz. Dunkelbraun. Lust, die nicht gestillt werden will. Nicht mit Schwarz und Braun. Lust, die fortbesteht und zur Notwendigkeit wird. Da hat ein Tierliebender die Jäger mit explodierenden Atrappen hereingelegt. Explosion, die zu Explosion führt und ein weiteres Töten verunmöglicht. Beinah alle Variationen in einem Raum versammelt. Mann und Kind. Mann, Frau, Kind. Mann, Frau, Kinder. Mann und Mann. Frau. Ein Bild aus der nahen Zukunft zeichnet sich vor meinem inneren Auge. Jetzt dann, bald dann, widme ich mich wieder meinem Online-Vortrag  "Brave Kinder = Gute Kinder! Oder? Wie eine gleichwürdige Beziehung mit deinem Kind gelingen kann"  den ich am kommenden Dienstag halt...

27.08.23 - Über Fragen und Antworten

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Der eine von uns fiebert auf seinen nahenden Geburtstag hin. Kein Tag kann schöner und spannender und größer sein als dieser. Die andere von uns betrachtet sich im Spiegel und sieht deutlich das Alter, das sich über ihr Gesicht legt. Die Gefühle sind gemischt. Der noch junge Herbst hat viele Fragen mitgebracht. Hast du einen Plan? Wenn ja, wie sieht der aus? Wenn nein, was dann? Was machst du, wenn der Wind dir in die Knochen kriecht und die Dunkelheit dich an den Tod erinnert? Was machst du, wenn die nackten Gerippe der Bäume dich anstarren und dir nachstarren, egal wohin du gehst? Was machst du, wenn die Zweifel an dir nagen und du nicht genügst? Was machst du, wenn du weißt, egal, was jetzt ist, es wird auf jeden Fall schlimmer bzw. Winter? Was machst du, wenn dir alles zu viel wird und du keine Ahnung hast, wie sich deine Arbeit, seine Arbeit, Schule, Abholdienste, Kurse, Einkäufe, Arztbesuche, Hausversorgungen und Grundbedürfnisbefriedigungen unter einen Hut kriegen lassen? Was ma...

22.08.23 - Über liebevolle Führung

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Das Wort "Führung" hat besonders in deutschsprachigen Gebieten einen bitteren Beigeschmack. Es erinnert an frühe Zeiten, wo die wenigsten unter uns noch einmal hinwollen. Und trotzdem verwende ich gerne dieses Wort. Es zeigt auf jene Person einer Gruppe, die die Verantwortung zum Gelingen übernimmt und deshalb die letztendliche Entscheidung trifft. WIE sie das macht, das gilt es zu reflektieren, aber DASS sie es macht, das ist unabdingbar.  Wenn ich von Führung in der Familie spreche, veranschauliche ich das Gesagte gern mit dem Bild vom Auto (hier in Finnland allerdings verwende ich auch manchmal das Bild vom Schiff - je nach Person, die vor mir sitzt). Jeder Sitz im Auto ist von einem Familienmitglied besetzt. Da gibt es Erwachsene, mindestens einen, oft zwei, und dann gibt es die Kinder, eins oder mehrere. Ein Ausflug steht an.  Wer setzt sich ans Lenkrad? Genau, einer der Erwachsenen.  Im Familienalltag ist das allerdings nicht immer so klar. Da scheuen wir uns oft, g...