27.08.23 - Über Fragen und Antworten

Der eine von uns fiebert auf seinen nahenden Geburtstag hin. Kein Tag kann schöner und spannender und größer sein als dieser.
Die andere von uns betrachtet sich im Spiegel und sieht deutlich das Alter, das sich über ihr Gesicht legt. Die Gefühle sind gemischt.

Der noch junge Herbst hat viele Fragen mitgebracht.
Hast du einen Plan?
Wenn ja, wie sieht der aus?
Wenn nein, was dann?
Was machst du, wenn der Wind dir in die Knochen kriecht und die Dunkelheit dich an den Tod erinnert?
Was machst du, wenn die nackten Gerippe der Bäume dich anstarren und dir nachstarren, egal wohin du gehst?
Was machst du, wenn die Zweifel an dir nagen und du nicht genügst?
Was machst du, wenn du weißt, egal, was jetzt ist, es wird auf jeden Fall schlimmer bzw. Winter?
Was machst du, wenn dir alles zu viel wird und du keine Ahnung hast, wie sich deine Arbeit, seine Arbeit, Schule, Abholdienste, Kurse, Einkäufe, Arztbesuche, Hausversorgungen und Grundbedürfnisbefriedigungen unter einen Hut kriegen lassen?
Was machst du, wenn die Schwäne sich verabschieden und dem Ruf aus dem Süden folgen?
Was machst du, wenn du beim Abendspaziergang zugekniffene Augen (weil blendende Sonne) gegen hochgezogene Schultern (weil kalt) eintauschen musst?
Was machst du, wenn der mühsame aufgeschichtete Holzstapel immer kleiner wird?
Was machst du aus deinem Leben?

Berechtigte Fragen.

Ich suche Antworten.
Bald doch lieber den Max. 
Bevor ich etwas sagen kann, sagt er: Mach ma Picknick auf dem Holzsteeg am Meer?
Ich: Ähm. Schau ma mal.
Ich schaue aus dem Fenster und sehe ein paar gelbe Blätter, die bereis die nackten Baumgerippe erahnen lassen, und mein Gehirn will am liebsten eine Kuscheldecke, die Couch und ein Buch.
Und Max sagt: Was nehmen wir denn mit?
Und ich sage: Hm, ich glaub, wir haben gar nix.
Und dann gehen wir in die Speis. Und dort finden wir Salzstangerl und Orangensaft. 
Und bevor ich noch nachdenken kann, ob ich jetzt wirklich möchte oder nicht, springt Max schon davon, ruft noch: Ich warte beim Radl auf dich! bevor er die Tür zuknallt.
Gut. Jetzt ist es zu spät um Nein zu sagen.

Wir radeln.
Und wir spüren den Wind.
Und wir schauen uns an.
Und wir grinsen.
Und wir fahren um die Wette.
Und ich hoffe, dass uns auf dem Weg runter zum Strand kein Auto entgegenkommt.
Und alles ist gut.

Wir breiten die Picknickdecke auf dem Holzsteeg aus, schenken uns feierlich einen Orangensaft ein, öffnen die Salzstangerln und feiern das Leben.

Danke Max! Deine Antworten sind die besten!!!

Pfiat enk und Hej då -
d' Birgit



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